Feierliche Einführung von Pfarrer Gerhard Möckel

„Wenn ein neuer Pfarrer seinen Dienst in einer Gemeinde antritt, sind viele gespannt darauf, wie er ist.“ Die Worte von Dekan Michael Schüpferling spiegelten die Beteiligung am Einführungsgottesdienst für Pfarrer Gerhard Möckel am Sonntagnachmittag wider. Nur noch Stehplätze gab es in der Sankt-Martin-Kirche, in der Hunderte von Gläubigen und Freunden sowie Vertreter von Kirchen und Politik verfolgten, wie der 55-jährige Geistliche seine Bereitschaft für die Annahme des Dienstes bekundete.

Von einem „Grund, Gott heute sehr dankbar zu sein“, sprach Michael Schüpferling. Sein Dank galt Pfarrer Sebastian Palapparampil, der zu Jahresbeginn aus gesundheitlichen Gründen nach sechseinhalbjährigen Wirken in Weismain in Vorruhestand ging, aber weiter im Dekanat Gottesdienste hält, sowie Pfarrer Christoph Müller, weiteren Aushilfspriestern sowie haupt- und ehrenamtlichen Kräften, die das kirchliche Leben in den vergangenen Monaten aufrecht erhielten.

Dem neuen Weismainer Stadtpfarrer sei das Lichtenfelser Dekanat gut vertraut, wirkte er doch als Diakon in Marktzeuln, als Kaplan in Staffelstein und als Pfarrer in Marktgraitz, sagte der Dekan. Bei der Jurastadt handle es sich um einen „gut katholischen Landstrich“, allerdings sei der Pfarreienverbund mit den vielen Gemeinden, die sich über den gesamten Jura erstrecken, „ganz schön groß“. Er appellierte an die Pfarrangehörigen: „Nehmt ihn an, wie er ist. Er nimmt euch auch an, wie ihr seid. Und überfordert ihn nicht gleich.“

Begonnen hatte die Feier mit einem kleinen Festzug vom Kastenhof aus. Während zahlreiche Gläubige mitsamt Angehörigen von Pfarrer Möckel und Vertretern seiner früheren Wirkungsstätten bereits in den Kirchenbänken saßen, zogen Pfarrgemeinde- und Stadtrat, Kirchenverwaltungsmitglieder, das Personal der katholischen Kindergärten und die Fahnenabordnungen der Vereine mit Blasmusik-Begleitung in das Gotteshaus.

Stattlich war auch die Zahl der kirchlichen Würdenträger, die Gerhard Möckel dabei umringten: Neben dem Dekan waren Pfarrer Werner Herold aus Wohnsig, Pfarrer Sebastian, der in Altenkunstadt lebende Pfarrer Georg Kocheekaranveetil, der ehemalige Kaplan von Pfarrer Möckel in Kirchehrenbach, Joseph Kollthuparampil, die Diakone Konrad Funk und Herbert Mayer sowie Pastoralreferentin Birgit Janson erschienen, um gemeinsam den Einführungsgottesdienst zu feiern. Zudem konzelebrierten die neuen Burgkunstadter Patres Rufus Witt und Bonifaz Suhak, die künftig öfter im Weismainer Bereich Gottesdienste halten sollen.

Pfarrer Möckel wurde erst in den Altarraum geleitet, nachdem er seine Ernennungsurkunde erhalten und seine Bereitschaft zum Dienst ausgesprochen hatte. Die Vertreter der Kirchenverwaltungen aus Arnstein, Modschiedel und Weismain versprachen gute Zusammenarbeit. Der Weismainer Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dieter Wolf und Kirchenpflegerin Maria Bauer, die Blumen überreichte, hießen ihn willkommen.

Herzliche Worte sprach der Dekan. Beide kennen sich bestens, erwähnten das Kuriosum, dass Schüpferling als Pfarrer der Nachfolger Möckels in Marktgraitz ist und ihn nun bei dessen Rückkehr in das Lichtenfelser Dekanat in seiner Funktion als Dekan ins Amt einführt. Einen Eindruck von der Denkweise Gerhard Möckels erhielten die Gläubigen während der Predigt, in der er sich als Wanderer auf der längsten Strecke der Welt, nämlich 40 Zentimeter, bezeichnete. Dabei handele es sich um den Abstand vom Gehirn zum Herzen, erklärte der Pfarrer. „Frag’ dein Herz und nicht den Kopf“ gab er als Leitlinie aus. Wer Jesus nur mit dem Verstand wahrnehme, könne immer wieder zweifeln; das Herz jedoch zeige, warum sich seit 2000 Jahren immer wieder Menschen auf den „Weg der 40 Zentimeter“ machten.

Bürgermeister Udo Dauer erklärte die Einführung zum „Tag, auf den wir sehnsüchtig gewartet haben“, da in den vergangenen Monaten der „Motor“ in den Pfarreien gefehlt habe und überreichte ein Stadtwappen zur Begrüßung. Das Weismainer Gebiet sei mit 30 Kirchen, Kapellen und Wegkapellen eine große Herausforderung. Doch er sei zuversichtlich, dass Pfarrer Möckel die Aufgabe aufgrund seiner unkomplizierten und humorvollen Art mit Bravour meistern werde.

Ein Pfarrer mit Sinn für Humor

Diesen Humor hatte Möckel während des Gottesdienstes nur aufblitzen lassen, als er eine 37 Minuten lange Predigt („so viel Zeit hat mir der Dekan gegeben“) angekündigt hatte. Zum Abschluss hatte der neue Pfarrer aber noch einige launige Bemerkungen parat: Etwa als er Udo Dauer, der die Feier an der Orgel umrahmt hatte, darum bat, der Bürgermeister möge dem Organisten seinen Dank bestellen. Oder als er sich auf die Einladungen zu Veranstaltungen der Vereine freute („Da werde ich Sie enttäuschen müssen: Ich komme wirklich“). Und mit seiner Einladung zum anschließenden Stehempfang im Kastenhof, in dem sich – auch aufgrund des strömenden Regens – die Menschen drängen sollen: „Kommen Sie alle, es gibt Spanferkel, Rouladen und Entenbrust“, verkündete der Pfarrer vollmundig, nur um dann zu ergänzen: „Eine Ordensschwester hat mir einmal einen Tipp gegeben: Sie müssen so lügen, dass jeder weiß, dass es eine Lüge ist. Und dann ist es keine Lüge.“

Auszug Obermain-Tagblatt 22.09.2014, Text und Foto: Stefan Lutter

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