Modschiedler “Slawen-Kirche” wird renoviert

Der Ort Modschiedel liegt auf der Hochebene des Fränkischen Jura. Die karge und raue Landschaft wurde im 8. Jahrhundert von Slawen besiedelt und so hat auch der Ortsname Modschiedel slawische Wurzeln. Erstmals erwähnt wurde in Modschiedel ein Gotteshaus im Jahre 1382 in Form einer Kapelle. Heute steht am nördlichen Dorfrand die trutzig wirkende Pfarrkirche St. Johannes Baptista, die als Slawen-Kirche gilt.
Die ursprüngliche Chorturmkirche hat den Charakter einer Wehrkirche. Das Langhaus ist im Kern spätmittelalterlich, Chor und Turm lassen sich anhand von Inschriften datieren. Im Wesentlichen entstand der Bau in den Jahren 1494 bis 1508. Kaiser Karl der Große förderte die Christianisierung der Slawen und Ostfranken durch den Bau von 14 Urkirchen. Aufgrund der massiven Bauweise mit einer Umwehrung, Schießscharten und der Mauerstärken gilt die Kirche als eine der Wehrkirchen. Die Pfarrei unterstand lange dem nahen Kloster Langheim, welches sich bis zur Säkularisation um die Gläubigen sorgte.
In ihrer wechselvollen Geschichte war die Pfarrei Modschiedel auch schon fest in protestantischer Hand. Die Rückführung der Pfarrei zur katholischen Seite war äußerst mühsam und dauerte sehr lange. Erst 1710 starb “die letzte Person, die dem Luthertum anhing.” Es darf jedoch angenommen werden das bis 1725/26 als eine Verbreiterung des Kirchenschiffs erfolgte und der Einbau der wuchtigen, zweigeschossigen Empore aus Eichenholz und der Anbringung der reich bemalten Holzdecke noch im protestantischen Zeitgeist geschah. Im Jahre 1936 wurde das Gotteshaus ein weiteres Mal erweitert. In den letzten Jahren konnten die elektrischen Installationen, die Beleuchtung sowie die Heizung erneuert werden.
Nun muss auch außen einiges getan werden, um dieses Gotteshaus in seiner jetzigen Form zu erhalten. Vordringlich war eine Sanierung der Dachkonstruktion des Turmhelms, sind sich Architekt Georg Schilling sowie Anita Rauch und Bernhard Kießling von der Kirchenverwaltung einig. Der 27 Meter hohe Turm besteht aus 15 Meter hohem Massivbau und aus einem 12 Meter aufsitzenden Holzkonstrukt. So ist dort die Balkenanlage besonders bei den Auflagepunkt-Balken so stark angegriffen, dass die Tragfähigkeit sehr gemindert ist. An der Ostfassade befinden sich Putzschäden, die schon länger erkennbar sind. Auch gibt es defekte Stellen in der Schiefereindeckung, die zum Eindringen von Regenwasser führten.

Kosten von 430.000 Euro

Bei Ausbesserungsmaßnahmen 1989 wurde zwar teilweise neu eingebrettert und geschiefert, aber schon hier hätten die Balken ausgetauscht oder erneuert werden müssen, weiß Architekt Schilling und zeigt die morschen Balken. Diese weisen Würfelbruch und Holzwurmschäden in massiver Form auf. Fast 30 Jahre später ist es nun so, dass die historische Holztragewerkkonstruktion statisch wieder komplett neu ertüchtigt werden muss. Die Glockenstuhlebene wird neu gedeckelt. So wird der Turm stabilisiert und auch die Dichtung des Dachs ist wieder gegeben.
Im Innenbereich des Turms sind die Zwischendecken und die Treppenaufgänge zimmermannmäßig nach zu arbeiten. Diese und weitere kleine Schäden machen eine Renovierung unumgänglich. Die Kosten werden sich auf circa 430 000 Euro belaufen. Die Ende April begonnenen Tätigkeiten sollen im Herbst abgeschlossen sein.

Auszug aus Fränkischen Tag vom 12.06.2017

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