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Geistlicher, Bauherr
und Historiker in einem -
Während drei
Jahrzehnten segensreichen Wirkens „den Jura geprägt“: Pfarrer Erhard
Meissner feiert 80. Geburtstag
Auszug aus dem Obermain Tagblatt,
Autor: Stefan Lutter
Selbst in Modschiedel, wo der Glaube noch groß geschrieben wird,
war die Pfarrkirche während eines Abendgottesdienstes am Ostermontag
wohl selten so gefüllt wie vorgestern. Grund für den außergewöhnlich
guten Besuch war die Verbindung der kirchlichen Feier mit dem 80.
Geburtstag von Pfarrer Erhard Meissner, der bis zu seinem Ruhestand 31
Jahre lang in dem Dorf gewirkt hatte.
„Das Ziel, 80 Jahre alt zu werden, habe ich erreicht“, stellte
Pfarrer Meissner am Ende des Gottesdienstes ganz nüchtern fest. Und
dies sei ein Anlaß, um zu danken: sowohl Gott, der ihn „auf dem Weg
geführt hat, auf dem ich eigentlich sehr zufrieden war“, als auch den
Gläubigen, weil sie so zahlreich zur Feier erschienen. Allerdings
mischte sich auch eine Portion Wehmut in seine kurze Ansprache:
„Leider ermöglicht es meine Gesundheit nicht, die Feier so zu
gestalten, wie ich es eigentlich vorgesehen hatte“, bedauerte
Meissner, der darum gebeten hatte, tagsüber von Besuchen abzusehen,
und der den von Pfarrer Sebastian Palapparampil und dem aus
Modschiedel stammenden Geistlichen Rat Baptist Schmitt zelebrierten
Gottesdienst auf einem Stuhl neben dem Altar sitzend verfolgt hatte.
Wie groß die Wertschätzung für
den beliebten Geistlichen, der sich seit fünf Jahren im wohl
verdienten Ruhestand befindet, nach wie vor ist, bewiesen zuvor die
kleinen und großen Gratulanten. Die „Bergzwerge“ des katholischen
Kindergartens hatten ein Singspiel vorbereitet, das mit der Übergabe
mehrerer Geschenke (darunter sogar ein Geburtstagskuchen) verbunden
war und an dessen Ende jedes Kind dem Pfarrer eine Rose brachte. Die
Ministranten aus allen Teilen des Pfarrgebietes wünschten in Reim- und
Liedform Glück und hatten eine Fotocollage gebastelt.
Die Laudatio auf Erhard Meissner hielt Pfarrgemeinderatsvorsitzender
Günter Herold, der sowohl des Werdegang des Pfarrers nachzeichnete,
als auch dessen herausragende Verdienste nachzeichnete: Nicht nur habe
Meissner in seinen mehr als drei Jahrzehnten als Modschiedler Pfarrer
„unzähligen Menschen mit kurzen aber treffenden Worten die Frohe
Botschaft verkündet, mit ihnen die Eucharistie gefeiert und Sakramente
gespendet“, befand Herold. Ohne Schulden zu machen, habe Meissner auch
alle Kirchen, Kapellen, das Pfarrhaus und den Kindergarten renoviert.
Unter seiner Regie wurden die betagten Eisenglocken der Pfarrkirche
durch fünf neue Bronzeglocken ersetzt; der Pfarrer selbst spendete die
dritte Glocke, die dem Heiligen Erhard geweiht ist. Auch spendierte er
den Friedhofsbrunnen, der das Gießen der Gräber erleichert. Darüber
hinaus machte sich der Jubilar als Historiker verdient. Für das
bislang größte Fest der Pfarrgemeinde - das 600-jährige Bestehen im
Jahr 1982 - erstellte er eine Festschrift, aus der auch heute noch
gerne zitiert wird. Herold zufolge handele es sich um „eine Chronik,
die ihresgleichen sucht. Noch nie wurde die Geschichte der Pfarrei
Modschiedel so ausführlich durchforscht wie damals“.
Mit dem Worten „Sie haben nicht nur ihre Pflicht getan, sondern waren
mit Leib und Seele in unserer Pfarrgemeinde tätig“, schloss der
Pfarrgemeinderatsvorsitzende seine Ausführungen. Umso größer sei die
Freude im Ort darüber, dass Pfarrer Meissner das Pfarrhaus als
„Seniorenresidenz“ ausgewählt habe.
Namens der Arnsteiner Pfarrei, wo der Jubilar von 1979 bis 2003 als
Pfarradministrator tätig war, bedankte sich
Pfarrgemeinderatsvorsitzende Birgit Schwarzmann mit Blumen und einem
Präsent. Die Zeit sei „für Sie eine zusätzliche Belastung, für uns
aber ein Segen gewesen“. Pfarrer Sebastian, der als Nachfolger
Meissner die Pfarreien Weismain, Arnstein und Modschiedel betreute,
hatte in seiner Predigt anhand des Gedichtes „Spuren im Sand“ auf die
Spuren hingewiesen, die der Jubilar hinterlassen habe. Auf diesen
Gedanken bezog sich auch der Weismainer Bürgermeister Udo Dauer in
seinem Grußwort: Pfarrer Meissner, der 2007 zum Ehrenbürger der Stadt
ernannt wurde, dürfte „mit Fug und Recht von sich behaupten, den Jura
geprägt zu haben“.
Beim kurzem Gang von der Kirche zur Gastwirtschaft Deuber standen die
Ministranten und die Kindergartenkinder Spalier, wobei letztere
Luftballons mit persönlichen Wünschen für den Pfarrer steigen ließen.
Im Gaststätten-Saal setzte sich der Gratulationsreigen fort.
Zahlreiche Vereine und Pfarrangehörige überbrachten ihre Glückwünsche,
während die Modschiedler Blasmusik ein Geburtstagskonzert spielte.
Allzu anstrengend war das Händeschütteln für den Pfarrer jedoch nicht.
Durfte er doch im elektrisch verstellbaren ledernen Fernsehsessel
sitzen, den ihm die Pfarrgemeinde als Dankeschön für seine über
30-jährige Tätigkeit geschenkt hatte.
Vita
Erhard Meissner wurde am 9. April 1932 als erstes von vier Kindern der
Bauernfamilie Meissner in Oberadersbach im Sudetenland geboren. Von
1938 bis 1945 besuchte er die Volksschule in Adersbach, bevor die
Familie 1946 vom elterlichen Bauernhof vertrieben wurde und in der
Nähe von Altötting Zuflucht fand. Dort beendete Meissner die
Volksschule und begann eine Lehre als Betriebsschlosser. Drei Jahre
später zog es ihn wieder auf die Schulbank, 1958 absolvierte er das
Abitur am Gymnasium für Spätberufene in Benediktbeuern. Nach drei
Jahren im pädagogischen Praktikum im Bamberger Canisiusheim und einem
vierjährigen Theologiestudium in Benediktbeuern folgte 1965 die
Priesterweihe im Augsburger Dom. Zunächst wurde er als Präfekt im
Canisiusheim und für die seelsorgerische Aushilfe in Oberköst bei
Burgebrach eingesetzt. Seine Tätigkeit in Modschiedel begann im Jahr
1976 und dauerte bis zu seinem Ruhestand im Jahre 2007. Damit ist
Erhard Meissner nicht nur „letzte Modschiedler Pfarrer“, wie er sich
selbst bereits bezeichnete, weil die Pfarrei seit der Reform der
Seelsorgebereiche von Weismain aus verwaltet wird. Die 31 Jahre sind
auch „Rekord“ für einen Pfarrherrn in Modschiedel - kein Geistlicher
vor ihm wirkte in der 630-jährige Historie der Gemeinde über einen so
langen Zeitraum wie er.
Modschiedler
Wallfahrt feiert Auferstehung
Auszug aus dem Obermain Tagblatt,
Autor: Stefan Lutter
Nach 40-jähriger Pause pilgerte wieder eine Gruppe aus dem
Juradorf nach Vierzehnheiligen
Nach über 40-jähriger Pause haben die Gläubigen aus Modschiedel die
Tradition der Vierzehnheiligenwallfahrt mit großem Erfolg
fortgesetzt: 52 Gläubige nahmen an den Pilgergang teil, dessen
Heimweg per Bus und die Heimkehr zu Fuß erfolgte.
Nach der Abfahrt um 5.45 Uhr am frühen Sonntagmorgen wurde eine
Stunde später nach einem feierlichen Einzug das Wallfahreramt in der
Basilika begangen. Um 9 Uhr folgte ein Kreuzweg und um 11.30 Uhr
der Auszug aus Vierzehnheiligen. Auf dem Weg machten die Wallfahrer
für Kaffee und Brotzeit Rast in Köttel, bevor sie gegen 19 Uhr in
ihrem Heimatdorf ankamen.
Die Wallfahrt endete mit einem Gebet in der Sankt- Johannes- Kirche
und dem auf dem angrenzenden Friedhof gesungenen „Leise sinkt der
Abend nieder“. Der Dank der Pilger galt Wallfahrtsführer Bernhard
Kießling, Vorbeter Andreas Herold, den sieben Wallfahrtsmusikern aus
den Reihen der Modschiedler Blasmusik, die den Zug in den
Ortschaften musikalisch begleiteten, und den Ministranten, die die
Gruppe bei ihrer Rückkehr am Ortseingang empfing.
Die erste Wallfahrt nach Vierzehnheiligen von Modschiedel aus fand
nach Ende des Zweiten Weltkrieges statt, ging über zwei Tagen- mit
Übernachtung im Schwesternhaus am Gnadenort- und wurde zu einer
regelmäßigen Einrichtung. Mitte der 1960er Jahre wurde sie
allerdings abgelöst von der Pfarrwallfahrt, die auch heute noch
immer am ersten Sonntag im Juli stattfindet und zu der Teilnehmer
aus dem gesamten Modschiedler Pfarrgebiet mit dem Bus unter anderem
nach Amberg, Würzburg und Bamberg reisten.
Da sich in den vergangenen Jahren vor allem bei den jüngeren
Gläubigen der Wunsch nach einer Fußwallfahrt mehrte und viele
Modschiedler am alljährlichen Pilgergang vom benachbarten Weiden aus
teilnahmen, entschloß sich das Dorf, die eigene Wallfahrt wieder zu
beleben. Aufgrund der großen Resonanz wird auch im kommenden Jahr
nach Vierzehnheiligen gewallt. Geplant ist der Kauf eins
Wallfahrerbildes.
Zwölfuhr-Glockenläuten auf Bayern1 vom 20.07.2008
Bereits
zum zweiten Mal wurde das
Zwölfuhr-Läuten aus Modschiedel auf Bayern1 übertragen. Ich habe den
entsprechenden Artikel aufbereitet und euch zwei Fassungen
bereitgestellt, einmal das Original mit dem Kommentar und einmal nur
das reine Glockenläuten:
Herzlicher Empfang für Pfarrer
Sebastian Palapparampil / Blumen und gute Wünsche
Einen würdigen Empfang bot die
Pfarrgemeinde am Wochenende dem seit Anfang September für Modschiedel
zuständigen Pfarrer Sebastian Palapparampil. Vor dem Gottesdienst am
Samstag erfolgte ein festlicher Einzug, der von allen Kirchenfahnen,
den Kindergartenkindern, Ministranten, Pfarrgemeinderäten und
Kirchenverwaltungsmitgliedern begleitet wurde.
In der Pfarrkirche begrüßte
Pfarrgemeinderatsvorsitzender Günter Herold den neuen Seelsorger im
Namen der gesamten Pfarrei. Dabei
erwähnte er die Unsicherheit vieler Pfarrangehöriger bezüglich der
Zukunft der Modschiedler Pfarrei. Er unterstrich aber auch, dass jeder
Neuanfang zugleich auch eine Chance sei. Mit dem Wunsch, dass Pfarrer
Sebastian in Modschiedel mit segensreicher Hand wirken und viele neue
Freunde in der Pfarrei finden möge, überreichte Herold einen
Blumenstrauß als Willkommensgruß. Außerdem hoffe er auf ein gutes
Verhältnis zwischen den Geistlichen und seinem Vorgänger, dem im
Ruhestand befindlichen Pfarrer Erhard Meissner, der weiterhin
Gottesdienste übernehmen wird.
Nach einführenden Worten von
Weismains Dritter Bürgermeister Gabi Huber wurde der neue Pfarrer auch
vom Kindergarten willkommen geheißen: "Wir begrüßen Sie in unserer
Mitte hier, wir lächeln Ihnen alle freundlich zu, denn Sie gehören nun
dazu", hieß es in einem Begrüßungsgedicht, in dessen Anschluss die
Mädchen und Jungen ein Lied sangen ("Gott ist immer unter uns") und je
eine Rose überreichten. Pfarrer Sebastian zeigte sich beeindruckt vom
feierlichen Einzug und der großen Ministrantenschar - die Pfarrei hat
25 Altardiener - als auch gerührt von der herzlichen Aufnahme durch
die Kinder. Er versprach, sich mit allen Kräften für den Erhalt des
katholischen Kindergartens einzusetzen, und kündigte für die nächste
Zeit einen Besuch in der Einrichtung an.
Pfarrer, Manager und
Bauherr
Auszug aus dem Obermain Tagblatt
vom 03.09.2007
Pfarrei Modschiedel
verabschiedet Geistlichen Rat Erhard Meissner feierlich / Ernennung
zum Ehrenbürger
Viele lobende Worte der
Ehrengäste und den Beweis seiner Wertschätzung bei der Bevölkerung
erhielt Pfarrer Meissner am gestrigen Sonntag während seiner
feierlichen Verabschiedung in den Ruhestand. Unter den zahlreichen
Geschenken befand sich auch ein außergewöhnliches der Stadt Weismain:
Sie ernannte den beliebten Geistlichen zum Ehrenbürger.
"Wir stehen gut da", fasste
Pfarrer Meissner während der Predigt im Rahmen eines
Festgottesdienstes in der prächtig geschmückten Pfarrkirche seine
31-jährige Tätigkeit in Modschiedel zusammen. Bezugnehmend auf die
allgemein bekannten Probleme der Kirche, bilanzierte er nicht ohne
Stolz, dafür aber mit großem Dank an die Pfarreiangehörigen: "Wir
konnten den Trend nicht stoppen, aber mit eurer Mithilfe und Treue
abmildern".
Als Beleg für eine "lebendige und
aktive Kirchengemeinde" nannte er imposante Zahlen: Modschiedel musste
in den vergangenen drei Jahrzehnten keinen
einzigen Kirchenaustritt verzeichnen; bei der prozentualen Beteiligung
an den vergangenen Pfarrgemeinderats- und Kirchenverwaltungswahlen lag
die Pfarrei auf dem ersten Platz der gesamten Bamberger Erzdiözese.
Eine Zählung im Frühjahr habe den Prozentsatz von knapp 69 Prozent an
Gottesdienstbesuchern in der Bevölkerung ergeben. All dies bilde ein
gutes Fundament für seinen Nachfolger, verkündete der scheidende
Seelsorger. Landrat Reinhard Leutner, der sich auch über diese
"gelebte fränkische Volksfrömmigkeit" in Modschiedel freute, bedankte
sich für 31 Jahre segensreiches Wirken.
VonHerzen
"Beim Umgang mit den Menschen hat
Pfarrer Meissner stets eine Freundlichkeit an den Tag gelegt, die nie
aufgesetzt war, sondern immer von Herzen kam", so der Landrat, der ein
Buch über die 14 Nothelfer überreichte.
"Modschiedel ist etwas
Besonderes, da kann man schon neidisch werden," bekannte auch Dekan
Monsignore Gerhard Hellgeth aus Bad Staffelstein, der gemeinsam mit
dem aus dem Dorf stammenden Pfarrer Baptist Schmitt und Meissner den
Gottesdienst zelebrierte: Seine Pfarrei habe alleine in diesem Jahr
schon zehn Kirchenaustritte zu bedauern. Pfarrer Meissner, dem er auch
für sein Engagement in der Notseelsorge dankte, sprach er ein großes
Kompliment für den Erhalt des Glaubens auf dem Jura aus, aber auch für
die Bereitschaft, die Gemeinschaft mit den Pfarrangehörigen zu suchen.
Pfarrgemeindevorsitzender Günther
Herold, der ebenso wie sein Vorredner ein Buchgeschenk überreichte,
dankte dem Geistlichen im Namen aller Gläubigen für die lange Zeit, in
der er die Frohe Botschaft verkündet, Eucharistie gefeiert und
Sakramente gespendet habe.
Besonders erfreut sei die
Gemeinde darüber, dass der Pfarrer dem Dorf erhalten bleibt: Er habe
sich nämlich für das Pfarrhaus als "Seniorenresisdenz" entschieden.
Nicht nur aufgrund persönlicher Verbundenheit, sondern auch im
offiziellem Auftrag wohnte Weismains zweiter Bürgermeister Udo Dauer
dem Gottesdienst bei: Er setze einen Stadtratsbeschluss um, wonach
Pfarrer Meissner insbesondere aufgrund seiner herausragenden
Verdienste um die Pflege und Erhaltung kirchlicher Kulturgüter in den
Pfarreien Modschiedel und Arnstein zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.
Dauer listete detailliert die vielen vom Pfarrer umgesetzten Projekte
auf und wies dabei zunächst auf den umfangreichen Tätigkeitsbereicht
hin: Im Oktober 1976 trat Pfarrer Meissner seinen Dienst in
Modschiedel an, dessen Pfarramt zudem die Kirchen in Weiden und
Neudorf sowie die Kapellen in Fesselsdorf, Görau, Seubersdorf und
Wunkendorf betreut.
Zusätzlich war er von 1979 an 24
lang in Arnstein und damit auch für Bojendorf, Großziegenfeld,
Mosenberg und Wallersberg zuständig. Der Bürgermeisterstellvertreter
blickte auf eine Fülle von Restaurierungen und Glockeneinweihungen
unter der Regie Erhard Meissner zurück, der aufgrund seiner Verdienste
im Jahr 2002 zum Geistlichen Rat ernannt und bereits 1984 mit der
goldenen Ehrenmedaille der Stadt ausgezeichnet. Bis auf die
Sankt-Katharina-Kapelle in Wallersberg wurden alle Gotteshäuser der
beiden Pfarreien in den vergangenen 31 Jahren mindestens einmal
gründlich instand gesetzt. Als "Pfarrer, Manager und Bauherr" setze er
sich unter anderem für die Renovierung von Friedhöfen und
Leichenhäuser ein und zeichnete für den Bau des Arnsteiner Judenheims
verantwortlich.
Desweiteren lobte Dauer die gute
Jugendarbeit des Pfarrers, beispielsweise durch die Erhalt und
Renovierung des katholischen Kindergartens, das Abhalten der
alljährlichen Gottesdienste im Bärental am Maifeiertag, und dessen
geschichtliches Interesse - die von ihm herausgegebene Festschrift zum
600-jährigen Pfarrjubiläum gelte als "Standardwerk für die Geschichte
der Juragemeinden". Die große Beliebtheit des Pfarrers spiegelte die
Beteiligung am Festzug vor und nach dem Gottesdienst wieder: Ein
Großteil der Bevölkerung stand am Wegesrand, um Erhard Meissner zu
verabschieden.
Blasmusik und Blumen
Neben den Ehrengästen, Stadt- und
Pfarrgemeinderäten
und den Kindergartenkindern nahmen auch die örtlichen Verein am Zug zu
den Klängen der Modschiedler Blasmusik teil, während die Mitglieder
der Gartenbauvereine aus dem Pfarrgebiet mit Blumen in den Händen
Spalier standen. Bevor es zum Frühschoppen ins Tanzcenter Deuber ging,
bedankten sich außerdem alle Ministranten mit je einer Rose bei
"ihrem" Pfarrer.
Die Feierlichkeiten in dem
Juradorf waren damit noch nicht zu Ende. Die Verabschiedung wurde
nämlich im Rahmen des 625-jährigen Jubiläums der Pfarrgemeinde
abgehalten, das am Freitag mit einem Familienabend begonnen hatte und
gestern mit einem Fackelmarsch und Zapfenstreich endete.
Zwölfuhr-Glockenläuten auf Bayern1 aus dem Jahre 1982
Noch
heute kann man jeden Sonntag um 12 Uhr Mittag das Glockenläuten aus
verschiedenen Kirchen in Bayern hören. Aus dem Jahre 1982 stammt diese
Aufnahme der Glocken von unserer Pfarrkirche. Leider ist die Qualität
nicht die beste da ich die Aufnahme von einer Kassette digital
aufgenommen habe.
Die Aufnahme könnt Ihr euch hier
herunterladen und anhören:
Dass den
Gläubigen auf dem Jura ihre Kirche und der Sonntagsgottesdienst noch
viel bedeutet, zeigte sich bei der Pfarrgemeinderatswahl am
Wochenende. Mit 78,8 Prozent erzielte die Pfarrei St. Johannes der
Täufer in Modschiedel wieder einmal höchste Wahlbeteiligung im
Erzbistum Bamberg. Von 698 Wahlberechtigten gaben 550 Wähler ihre
Stimmen ab.
Auch die Zahl der Kirchenbesucher am Wochenende mit 450 Gläubigen, das
sind über 65 Prozent der Pfarrangehörigen, stellt eine lebendige
Kirchengemeinde dar.
Für
den neuen Pfarrgemeinderat waren sechs Kandidaten zu wählen. Nach der
Anzahl der Stimmen sind gewählt: Günter Herold (385), Anita Rauch
(354), Georg Will (319), Rudolf Dück (274), Christine (252) und
Reinhold Kunzelmann (178).
Auf den
weiteren Plätzen folgten Elmar Opel (168), Rainer Pfister (163),
Alfred Herold (128), Anita Knarr (128), Daniela Gardill (122) und
Renate Strödecke (91). Begründete Einsprüche können schriftlich bis
26. März beim noch amtierendem Pfarrgemeinderat eingereicht werden.
Prächtiger
Festzug und Empfang auf dem Dorfplatz zum Prieserjubiläum / Seit 40
Jahren beispielhafter Seelsorger
Zu
einem Festtag für den gesamten Jura gestaltete sich das 40-jährige
Priesterjubiläum von Geistlichen Rat Erhard Meissner. Hunderte von
Gläubigen säumten die mit Fahnen geschmückten Dorfstraßen von
Modschiedel, als sich der imposante Festzug vom Pfarrhaus zur
Pfarrkirche bewegte.
Den
Festgottesdienst zelebrierten Dompropst Hermann Herzig aus Passau,
Geistlicher Rat Josef Lauer aus Weismain und Pfarrer Baptist Schmidt.
Unter den vielen Gratulanten, die den durch sein vielfältiges Wirken
um seine Pfarrei und das Wohl seiner Gemeinde verdienten und äußerst
beliebten Pfarrer Glückwünsche übermittelten, sah man auch
Bürgermeister und stellvertretender Landrat Peter Riedel, die Weismainer Ratsmitglieder, Kirchenvorstand und zahlreiche Vereine.
Böllerschüsse
Die Damen der
Gartenbauvereine des Juras standen Spalier, als Böllerschüsse und das
Festgeschehen ankündigten. Die Schützen sparten nicht mit Pulver, denn
Geistlicher Rat Erhard Meissner ist ein Kenner alter Waffen. Im
Festzug auch die Fahnen der Freiwilligen Feuerwehren, die Buben und
Mädchen des Kindergartens, die dem Jubilar in einer rührenden Szene
Rosen überreichten und die Kommunionkinder. Rosen hatten auch die
Damen der Gartenbauvereine mitgebracht. Für die musikalische Umrahmung
des Geschehens sorgte die Blasmusik Modschiedel in ihrer brandneuen
schicken Uniform.
In seiner
Festpredigt würdigte Dompropst Hermann Herzig die Volkstümlichkeit,
die Hilfsbereitschaft, den Weitblick und die vielfältige Sachkenntnis
des Jubilars. Damit wirkte er seit fast 30 Jahren in seiner
weitverzweigten Pfarrei in Modschiedel. Seine gewinnende, sympathische
und stets auf Harmonie bedachte Lebensart und seelsorgerische
Tätigkeit wirkten ansteckend und seien beispielgebend. Das
unterstrichen auch Bürgermeister Peter Riedel und die übrigen
Gratulanten.
Immer
hilfsbereit
Nach dem
Gottesdienst fand auf dem Dorfplatz ein Empfang mit Frühschoppen
statt, den die Blaskapelle musikalisch umrahmte. Bei strahlendem
Sonnenschein nutzte die Bevölkerung von Modschiedel und Umgebung den
Empfang, um Geistlichen Rat Erhard Meissner Glückwünsche zu
übermitteln. Der Pfarrer musste unzählige Hände schütteln.
Auszug aus dem Fränkischen Tag
Priesterjubiläum für Meissner
Festgottesdienst am Sonntag / Große Verdienste um die Juradörfer
erworben
Sein Urteil
und sein Rat sind überall gefragt. Geistlicher Rat Erhard Meissner
steht mit beiden Beinen mitten im Leben, verkündet jeden Sonntag das
Wort Gottes, und in selbstloser Liebe zum Mitmenschen engagiert er
sich in seiner Pfarrei Modschiedel für alle Bürger. Am Sonntag, 3.
Juli, feiert er sein 40-jähriges Priesterjubiläum.
Der Geistliche
Rat gilt in den Juradörfern als erfahrener und stets besonnener
Pfarrherr. Gelobt werden vor allem seine Vitalität, sein
volkstümliches Wesen, seine Hilfsbereitschaft und seine Nobilität.
In
seiner Pfarrei, zu der neben Modschiedel, Weiden, Neudorf, Wunkendorf,
Seubersdorf, Görau und Fesselsdorf gehören, bewies er stets Weitblick
und vielfältige Sachkenntnis. Alle Kirchen und Kapellen, den
Kindergarten und das Pfarrhaus hat er umfassend renovieren lassen. Und
das alles in einer Zeit, als es noch entsprechend Zuschüsse gab.
Als gern
gesehener Gesellschafter unterstützt er auch die Blasmusik, den
Gartenbauverein und das Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW). 24
Jahre war er außerdem als Pfarradministrator in der Pfarrei Arnstein
tätig. Für seine vielfältigen Verdienste hat ihn die Stadt Weismain
mit ihrer Ehrenmedaille ausgezeichnet, und Erzbischof Ludwig Schick
ernannte ihn 2001 zum Geistlichen Rat.
Meissner
erblickte am 09. April 1932 in Oberadersbach im Sudetenland das Licht
der Welt. 1946 wurde er aus seiner angestammten Heimat vertrieben und
landete in Altötting. Er arbeitete zunächst als Betriebsschlosser,
besuchte später das Gymnasium in Benediktbeuren, legte 1958 das Abitur
ab und nach Absolvierung eines pädagogischen Praktikums entschloss er
sich, Pfarrer zu werden. 1965 wurde er in Augsburg zum Priester
geweiht. Nach mehreren Stationen in Bamberg übernahm er 1076 die
Pfarrei Modschiedel. Meissner fand Gefallen am Leben auf den
Jurahöhen. Durch sein vielfältiges Wirken um seine Pfarrei und das
Wohl seiner Gemeinde hat er sich in besonderer Weise verdient gemacht
und genießt durch seine vornehme Gesinnung, seine Aufrichtigkeit und
seine Herzenswärme überall Wertschätzung.
Den 40.
Jahrestag seiner Priesterweihe feiert der Geistliche Rat am kommenden
Sonntag, 3. Juli, im Rahmen eines Festgottesdienstes in der
Pfarrkirche. Ein feierlicher Zug mit Blasmusik, dem Kirchenvorstand
und den Vereinen wird sich um 9.30 Uhr vom Pfarrhaus zur nahen Kirche
bewegen. Nach dem Gottesdienst findet auf dem Dorfplatz ein Empfang
mit Frühschoppen statt. Alle Mitglieder der Pfarrei sind dazu
willkommen.
Auszug aus dem Fränkischen Tag
Ein Apfelbaum für Pfarrer Meissner
Vor
40 Jahren wurde Pfarrer Erhard Meissner zum Priester geweiht. Mit
einer besonderen Aktion gratulierte dazu der katholische Kindergarten:
Vor den Toren der Pfarrkirche Sankt Johannes Baptista pflanzten die
Jungen und Mädchen mit Hilfe von (v. li.) Elternbeiratsvorsitzende
Monika Karmann, Kindergartenleiterin Birgit Stöcker und
Kindergärtnerin Tina Stadter einen Apfelbaum für "ihren" Pfarrer, der
über die Überraschung sichtlich erfreut war.
Zur Pfarrgemeinde
Modschiedel gehören heute die Pfarrdörfer Weiden, Seubersdorf,
Wunkendorf, Görau, Neudorf, Fesselsdorf und der katholische Teil von
Azendorf.