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Die Wettermarter

Allgemeine Beschreibung

An der Abzweigung Modschiedel der Bundesstraße Bamberg - Kulmbach steht eine Gruppe von Flurdenkmälern die im Volksmund als Sammelbezeichnung "Wettermarter" genannt wird. Es handelt sich um ein neuzeitliches, mächtiges Feldkreuz, vergrößerneinen barocken Bildstock und einen Kreuzstein. Jeder Besucher wird von der Atmosphäre dieses Platzes in den Bann geschlagen. Die Stimmung dieses Ortes wurde vor ein paar Jahren von dem Regisseur Fritz Umgelter in einer Szene des Fernsehspiels "Die Freier" nach Josef von Eichdorff filmisch eingefangen.

Jahrhundertlang muss dieser Platz seinen besonderen Rang gehabt haben. Schon die Namen der Flurstücke zeigen dies: Waldung bei der Wettermarter (Pl.Nr. 215), unter der Wettermarter (Pl.Nr. 382), usw. Tatsächlich können auch die Bauern von Modschiedel und Fesselsdorf nicht genau angeben welches von diesen Flurdenkmalen die eigentliche Wettermarter ist.

Die heutige Dreiergruppe Marter - Feldkreuz - Kreuzstein wurde nach der Renovierung des 1981 schwer beschädigten steinernen Feldkreuzes neu gruppiert und auf Betonfundamente gestellt. Das Feldkreuz stammt aus dem Jahre 1918 und wurde von J.A. Kraus aus Weismain gestiftet. Am 26. April 1982 wurde diesem Zeichen christlichen Glaubens durch den Pfarrer von Modschiedel die kirchliche Weihe erteilt.

 Definition "Marter" und woher der Name "Wettermarter" kommtvergrößern

Das Wort "Marter" kommt von mittelhochdeutschem marter(e), althochdeutschem martira, welche das griechische martyr "Zeuge" in der kirchlichen Bedeutung von "Blutzeugnis Christi, Darstellung des Leidens Christi am Kreuz", zur Grundlage hat. Der Begriff Marter wurde am Obermain auch für die Bezeichnungen von Kreuzsteinen und anderen Steindenkmalen gebraucht. Der Zustand "kalt" oder "Wetter" weist aber eindeutig auf einen Unglücksfall hin, der mit kaltem Wind, Hagelschlag oder Blitzstrahl, also mit dem Wetter zusammenhängen wird. Sicherlich ist hier jemand in einem Unwetter tragisch ums Leben gekommen und die Angehörigen haben dem Verunglückten ein Gebetsmal gesetzt.

 Der Kreuzstein

Die älteste urkundliche Nachricht über die Wettermarter stammt von 1419. Sie spricht von vergrößerneinem Kreuz. Es wird sich sicher um den Kreuzstein handeln, der an den Sockel des Bildstocks jahrhundertelang gelehnt und vor einigen Jahren beim Straßenbau neu gesetzt worden war. Die in dem Kreuzstein auf der Rückseite eingemeißelte Jahreszahl 1534 bedeutet nicht das Jahr der Steinsetzung, der Kreuzstein ist viel älter. 1419 bezeichnet er die Grenze vergrößerndes Geleits noch in der Zeit als die Grafen von Truhendingen hier ihr Geleitsrecht ausgeübt haben. Die Herren Truhendingen sind hier auf dem Gebiet die Rechtsnachfolger der 1248 ausgestorbenen Herzöge von Meranien. Der sicher damals schon vorhandene Kreuzstein wurde wohl schon im 13. Jahrhundert als Geleitsmarter benutzt. Mit der sogenannten Wettermarter im engeren Sinne dürfte er wohl kaum etwas zu tun haben.

 Der steinerne Bildstock

Die derzeitige Wettermarter ist ein steinerner Bildstock vergrößernder auf Veranlassung des Bamberger Bischoff Marquard Sebastian, Schenk von Stauffenberg, 1693 errichtet wurde. Auf der Vorderseite befindet sich ein Kruzifix und auf der Rückseite der hvergrößerneilige Ott, Bischoff von Bamberg. Bischoff Marquad hat die wohl altersschwache oder umgestürzte alte Wettermarter durch eine neue ersetzen lassen. Sie ist wohl eine Arbeit einer Bamberger Werkstatt. Daher wird man heute unter Wettermarter eben diese barocke Bildsäule mit dem stauffenbergischen Wappen zu verstehen haben.
 

Marter Oberbüchleinvergrößern

Am alten Kirchweg von Weiden, 1 km westlich von Modschiedel, steht diese Sandsteinmarter die am Kämpfer mit der Jahreszahl 1662 bezeichnet ist. Der Aufsatz hat giebelförmige Abschlüsse. Der Zustand ist als sehr schlecht einzuschätzen.


 

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Sandsteinmarter Kirchhofvergrößern

Im Kirchhof befindet sich ein Aufsatz einer Sandsteinmarter (um 1600) mit Reliefs an den Seiten (Kruzifixus, Schmerzhafte Muttergottes und hl. Johannes). Die Abschlüsse sind giebelförmig.

 

 

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Sandsteinsäule Alte Straße Richtung Wunkendorfvergrößern

Sandsteinsäule des 17./18. Jahrhunderts an der alten Straße nach Modschiedel, etwa 1 km vor dem Ort. Runder Schaft, teilweise im Boden steckend. Am Aufsatz Eckvorlagen und Relief, gegen Osten Kreuzträger, gegen Süden Kreuz, gegen Westen Muttergottes und gegen Norden Marienkrönung. Halb vergraben habe ich am Boden eine Inschrift entdeckt die aber leider nicht mehr komplett lesbar ist.

 

 

                         

            

Quellenangabe

Modschiedel 1382 - 1982, Aus der Geschichte einer 600jährigen Pfarrei, herausgegeben von Pfarrer Erhard Meissner 1982

Feldmartern im Landkreis Lichtenfels, Herausgegeben von Herbert Stumpf 1995

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