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Entstehung der Pfarrkirche

Die Gestalt, in der sich die Modschiedeler Pfarrkirche auf einer Anhöhe am Nordrand des Dorfes heute zeigt ist das Ergebnis eines jahrhundertelangen Bauprozesses. Als ursprüngliche Chorturmkirche gehört das Gotteshaus zur charakteristischen Sakralarchitektur Oberfrankens wie sie noch in Königsfeld auf dem Jura, in Maineck und in Isling anzutreffen ist.

In der Separationsurkunde von 1382 wird erstmals von einer Kapelle in Modschiedel gesprochen. Über ihr Aussehen können nur Vermutungen angestellt werden.

 

Die Wehrkirche
 

Auf den wehrhaften Charakter der Kirche verweist nicht nur deren teilweise erhaltene Friedhofsmauer mit Schießscharten und einem in der Nordwest-Ecke erhaltenden, in die Mauer integrierten runden Turm sondern auch die vier Schießscharten an der West- und Ostseite des Chorturmes. Auffallend ist auch die Mauerstärke des Turmes von 70 - 73 cm.

Wie noch die vorhandenen Reste eines Rundturmes zeigen war die Mauer mit einem, vielleicht mehreren Türmen bewehrt.

 

 

 

Umbauten und Erweiterungen

Die erste größere umgestaltende Bauperiode ist um 1494 bis 1508 anzusetzen. Hier wurde die Kapelle erstmals grundlegend verändert.

Aus dieser Bauzeit stammt der gesamte Ostchor mit Rippengewölbe, das Gewölbe der Sakristei und ein bis zur Erweiterung der Sakristei unter Pfarrer Rauh in eine Nische eingelassener Steinaltar, ferner Stipes und Mensa des Hochaltars. Das Sakramenthaus im Chor stammt gleichfalls aus der Zeit und ist mit einem Christushaupt bekrönt.

Aus der Zeit des Übergangs stammt der Taufstein aus Sandstein um 1530. Acht Engel in Renaissancetracht mit Wappenschildern (Agnatenwappen) reihen sich um die Cuppa.

Auf Anordnung des Langheiner Abtes Peter II Schönfelder wurde 1618 ein neuer Turm mit Spitze aufgerichtet. Im Inneren des Turmgeschosses ist in Mörtel an zwei Stellen die Jahreszahl 1619 eingekratzt.

1694 wurde die Nordwand ca. 160 cm hinaus versetzt was eine Neufundamentierung notwendig machte. In dieser Zeit wurde auch ein Glaser aus Thurnau für die Lieferung von großen Fenstern mit hellen Scheiben bezahlt. Im Jahre 1697 dürfte der Umbau der Pfarrkirche abgeschlossen gewesen sein.

Eine zweite, spätbarocke Bauphase treffen wir 1772 bis 1775 an. An die Außenarbeiten an der Kirche schloß sich eine Erneuerung der Innenausstattung an wie sie auch heute noch größtenteils vorhanden ist.

Die Mauer des Friedhofes war höher als sie in Resten heute noch vorhanden ist und wurde im Frühjar 1845 wegen des Baues der Pfarrscheune abgetragen. Die Nordmauer wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegen den Willen des Bezirksamtes Lichtenfels abgerissen um den Friedhof zu erweitern.

Unter Pfarrer Geissler wurde 1936 die Pfarrkirche ein letztes Mal um 7m erweitert so dass der Innenraum jetzt 29m mißt. Bei diesem Neubau wurde erneut ein Teil der alten Wehrmauer abgetragen. So bleibt von der einstigen Gestalt der spätgotischen einschiffigen Kirchenanlage durch die Umbauten am 17., 18. und 20. Jahrhundert nur mehr der Chorbereich übrig.

Im Jahr 2004 wurde der Friedhofseingang, das Priestergrab und der Friedhofweg erneuert.

Außenansicht:

  

Orgel:

Sakramenthaus:

Leichenhaus:

Mariengrotte:

Kriegerdenkmal:

Friedhofsbrunnen:

Der Innenraum

Der Hochaltar von 1706/07 ist als massiger säulengegliederter Holzbau über eine mittelalterliche Mensa errichtet. Je zwei Säulenpaare tragen einen Aufsatz, der mit einer figürlichen, vollplastisch geschnitzten Marienkrönung geziert ist. Zwischen den Säulenpaaren des Holzaltars befinden sich Figuren des Hl. Bernhard und Benedikt.

Der nördliche Seitenaltar ist mit dem Wappen des Abtes Gallus Knauer (1690 - 1728) bekrönt und als Säulenbau gestaltet. Beiderseits der mit Weinranken verzierten Säulen stehen Johannes der Täufer und der Hl. Paulus, letzter mit unproportional großem Kopf. Dem Baldachintabernakel sind zwei Anbetungsengel zugeordnet. Das große Altarbild der 14. Nothelfer stammt aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Der südliche Seitenaltar zeigt sich als barocker Architekturaufbau mit dicht gedrehten Säulen. In der Mittelnische eine Holzfigur einer stehenden Muttergottes, daneben vor Akanthusschnitzerei Figuren des Hl. Franziskus und Antonius von Pandua. Als Auszug Medaillon mit Holzrelief, Gott Vater darstellend.

Bemerkenswert ist die Kanzel die 1714 bis 1716 vom Schreiner von Hollfeld Johann Nikolaus Lauter geschaffen wurde. Der Schalldeckel ist vom Jesusmonogramm in der Glorie bekrönt.

 

Zu den Eigentümlichkeiten der Modschiedeler Pfarrkirche gehören die Deckenmalereien auf Holz. Wie die Kirchenrechnungen ausweisen sind ein Teil der Bilder der Kasettendecke im Langhaus über der zweistöckigen Empore 1725/26 gemalt worden. Die Malereien auf durchlaufenden Brettern sind verschiedenen Themen zuzuordnen. 1. Halbfiguren von Heiligen mit Martyrerpalme, Attributen und Namenszug (diese sind vermutlich als die ältesten Malereien einzustufen) 2. Ganzfigurige Darstellungen vor Landschafts- oder Architekturhintergrund 3. Szenen aus dem Alten und Neuem Testament und 4. Das Mittelbild mit der Krönung Mariens welches vier Felder umfasst. Die Bilder sind in handwerklich einfacher aber abwechslungsreicher Art gemalt so dass jede Darstellung einen neuen Eindruck vermittelt.

 

Anlässlich des 600jährigen Bestehens unsere Pfarrei wurden 1982 neue Glocken geweiht und schallen fortan vom Kirchturm.

 

Der Kreuzweg in Bildern:

                 

                 

Handgefertigte Weihnachtsgrippe:

  

Weihnachtsschmuck:

Auferstehung Ostern:

Erntedank:

Pfarrer

Modschiedeler Pfarrer ab 1900:

 

1902 - 1903 Prenner Franz

1903 - 1905 Höckmayr Joseph

1906 - 1913 Frönhöfer Joseph

1913 - 1925 Deckert Joseph

1925 - 1933 Deinhart Josef

1933 - 1942 Geißler Georg

1942 - 1950 Eberle Friedrich

1950 - 1956 Rauh Andreas

1956 - 1967 Zenk Michael

1967 - 1976 Kramer Michael

1976 - heute Meissner Erhard

 

Pfr. Rauh

Pfr. Zenk

Pfr. Kramer

Pfr. Meissner

Pfarrhaus

Das Pfarrhaus in seiner jetzigen Grundform wurde 1729/30 als Fachwerkbau errichtet und das erste Stockwerk stand ungefähr 20 cm vor. Das Walmdach deckten rote Ziegel. Den Pfarrhof umgab eine Mauer. Der Bauherr war Pfarrer Nikolaus Fischer. Seine Initialen finden sich am Durchgang zum Friedhof.

1846 wurde das Pfarrhaus von Pfarrer Gleußner umgebaut: die Fachwerkaußenwand des Erdgeschosses ersetzte er durch eine Bruchsteinmauer. Pfarrer Fleischmann (1859 - 1868) ließ das Fachwerk des ersten Stockes mit Schiefer verkleiden. Später wurde auch das Dach mit Schiefer gedeckt.

Quellenangabe

Modschiedel 1382 - 1982, Aus der Geschichte einer 600jährigen Pfarrei, Herausgegeben von Pfarrer Erhard Meissner 1982

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