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Wie entstand der Name Modschiedel ?

Der Name Modschiedel ist slawischen Ursprungs. Frei übersetzt heißt Modschiedel etwa "Siedlung im Moor" oder auch "Nasser Sumpf". Früher gab es in Modschiedel inmitten des Dorfes eine Wasserstelle.

Der Dorfplatz von Modschiedel 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts

Im 12. und 13. Jahrhundert gab es Modschiedler, sei es als "Ministerialien" oder als "Lehensherren". So könnte es auch sein daß ein Modschiedler in Modschiedl Land und Lehen besaß und sich in diesem Land ein Schloß baute. Das war damals ein befestigter Hof oder ein bewohnter breiter Turm der auf dem Gelände gestanden haben soll auf dem das jetzige Pfarrhaus steht. Um diese wehrhafte Anlage siedelten hörige Bauern. So könnte das Dorf Modschiedel entstanden sein.

Der Dorfplatz von Modschiedel 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts

Gibt es noch andere Orte mit dem Namen ?
 

Außer unserem Dorf gibt es noch eine böhmische Gemeinde Modschiedl, tschechisch Mocidlec geschrieben, etwa 30 km südöstlich von Karlsbad gelegen, bis zur Vertreibung der Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei 1946 -1947 über Jahrhunderte von Deutschen bewohnt. Ferner existiert eine Gemeinde Moczydto in der Nähe von Lemberg im Bezirk Chrzanow und eine Modschidl im Bezirk Waidhofen an der Thaya in Niederösterreich. Erwähnt sei auch noch der Ort Modschiddel in Pommern.

Haus Nr. 8 und Haus Nr. 9 im 19. Jahrhundert

Seit wann gibt es unser Dorf ?

Die erste authentische Nennung des Ortes Modschiedel im Biedermannschen Geschlechts-Register wird mit 1300 angegeben. Folglich muss das Dorf älter sein und war schon 1300 eine beachtliche Ansiedlung. Schon 1382 wurde die Filiale von Altenkunstadt zur eigenen Pfarrei erhoben was eine umfangreiche Siedlung voraussetzt.

Blick vom jetzigen Kindergarten zum Dorfplatz im 19. Jahrhundert

Herkunft und Geschichte des Familiennamens Modschiedler

Mit dem Namen "Modschiedler" sind nicht die Einwohner unseres Dorfes gemeint sondern die Träger des Namens, von denen es auch heute noch einige gibt. Hier ein kurzer Einblick in die Geschichte (die unterschiedliche Schreibweise ist irrelevant, damals wurden Urkunden und Bücher nach mündlichen Angaben geschrieben):

 

Jahr

Name

1293

Ritter Arnold von Mudschidl

1300

Cuntz Modschiedler von Gerau

1308

Heinrich von Motzidel

1315

Friedrich Modschiedler

1327

Ritter Konrad von Modschiedl

1344

Heinrich von Modschiedel

1350

Heinrich Motschiedler

1380

Nicolaus Junior Motschidler von Gerau zu Motschidel

1515

Georg Modschidler von Gerau zu Ebermannstadt, Reinsbrunn und Waldshausen

1548

Valentin Motschiedler von Gerau zu Ebermannstadt

1574

Valentin Motschidler von Gerau zu Gerau

Wappen der Familie Modschiedler

Die Modschiedler waren weit verbreitet, es muß eine ganze Reihe von Stämmen mit unterschiedlichster Tätigkeit gegeben haben. So gab es geistliche Herren wie Heinrich von Modschiedel, der als Pfarrer von Kirchenehrenbach vor 1344 einen Jahrtag hatte; einen Balthasar Modschiedler, der 1437 Verweser an der Pfarrei "Unsere Liebe Frau zu Bamberg" war. Aber auch einen Ulrich Motschiedler, der 1413 zu den Hauptleuten und deren Knechten gezählt wurde die wegen Straßenraub von Burggraf Johann nicht geahndet wurden. Oder einen Hans Motschiedler dem 1411 mit anderen das Amt Böheimstein von Wenzels Tschechischem Amtmann Borziwoy verpfändet war.

 Für uns maßgeblich aber sind die Modschiedler zu Gerau (=Görau). Dieses alte fränkische Adelsgeschlecht umfasste Ländereien in Görau, Geuthenreuth, Buchau, Wüstenbuchau, Pöhl, Wüstendorf, Zultenberg, Neudorf, Modschiedel, Seubersdorf, Azendorf, Weiden, Weismain, Ützing, Stublang, Frauendorf, Kaider und Köttel. Für die Zersplitterung des Besitzes  waren die Bauernkriege, die Reformation und die Gegenreformation unter dem Fürstbischof Neithard von Thüngen (1591 - 1598), die Raubzüge des Albrecht Alcibiades und letztlich der 30-jährige Krieg verantwortlich.

Dem letzten Modschiedler zu Gerau - Hans Christoph - wurde 1625 vom Erzbischof von Bamberg sämtliche übrig gebliebenen Güter gewaltsam enteignet weil dieser sich zu dem lutherischem Glauben bekannte. Seine letzten Jahre hatte Hans Christoph als Bettler verbracht eher er 1633 oder 1634 verstarb und damit auch der letzte Adliger der Görauer Linie.

Interessanter Link zur Ahnenforschung: www.modschiedler.de

Welche Wappen hatten die Modschiedler ?

Wappen des Görauers Geschlechts:

Wappen des Modschiedlers von Reinsbrunn:

Ortsplan von 1851

Bei der Bayerischen Landesbibliothek habe ich einen Ortsplan von Modschiedel aus dem Jahr 1851 gefunden. Der Maßstab ist 1:2500.vergrößern

Die Homepage der Bayerischen Landesbibliothek erreicht man unter www.bayerische-landesbibliothek-online.de

Das Copyright der Karte liegt bei der Bayerischen Landesbibliothek.

 

Quellenangabe

Modschiedel 1382 - 1982, Aus der Geschichte einer 600jährigen Pfarrei, Herausgegeben von Pfarrer Erhard Meissner 1982

Homepage der Familie Modschiedler (www.modschiedler.de)

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